Die Päpstin – eine starke Geschichte für starke Frauen

Eine Frau, die sich nicht in Grenzen weisen lässt. Eine Geschichte über Mut, Bildung, Selbstbestimmung und den Willen, den eigenen Weg zu gehen.

Für 15 Frauen von ENP Deutschland e.V. führte ein gemeinsamer Netzwerkabend nach Oberhausen zum Musical „Die Päpstin“. Und kaum ein Musical könnte thematisch besser zu einem Netzwerk passen, das sich für Frauen, Chancengleichheit und gegenseitige Stärkung einsetzt.

Eine Frau, die mehr will

Die Geschichte führt zurück ins frühe Mittelalter. Johanna wächst in einer Welt auf, in der die Rollen klar verteilt sind: Bildung, Einfluss und gesellschaftlicher Aufstieg sind Männern vorbehalten. Für ein Mädchen wie Johanna ist ein selbstbestimmtes Leben kaum vorgesehen.

Doch Johanna ist wissbegierig, intelligent und mutig. Sie möchte lernen, verstehen und ihre Fähigkeiten nutzen. Statt sich mit den Grenzen ihrer Zeit abzufinden, stellt sie diese infrage.

Um ihren Weg weitergehen zu können, trifft sie schließlich eine folgenschwere Entscheidung: Sie nimmt die Identität ihres Bruders an und lebt fortan als Johannes Anglicus. Ihr Weg führt sie über das Kloster Fulda bis nach Rom. Mit Wissen, medizinischem Können und außergewöhnlichen Fähigkeiten erarbeitet sie sich Anerkennung und Einfluss – und gelangt schließlich bis an die Spitze der damaligen kirchlichen Welt.

Dabei muss sie immer wieder beweisen, was sie kann – und gleichzeitig verbergen, wer sie wirklich ist.

Eine Geschichte, die auch heute etwas zu sagen hat

Natürlich liegen zwischen Johannas Welt und unserer heutigen Gesellschaft Jahrhunderte. Und doch berührt das Musical Fragen, die erstaunlich aktuell geblieben sind:

Wer bekommt Chancen? Wem wird etwas zugetraut? Wer darf führen? Und wie viel Mut braucht es, einen Weg zu gehen, auf dem Frauen lange nicht vorgesehen waren?

Fragen, die auch einen Bezug zur Geschichte der Frauen in der Polizei haben.

Auch der Polizeiberuf war über lange Zeit eine von Männern geprägte Berufswelt. Frauen mussten sich ihren Platz erarbeiten, Vorbehalte überwinden und zeigen, dass Kompetenz, Führungsstärke, Mut und Durchsetzungsvermögen keine Frage des Geschlechts sind.

Heute sind Frauen aus der Polizei nicht mehr wegzudenken. Sie arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, übernehmen Verantwortung und Führungsfunktionen und gestalten Polizei aktiv mit. Vieles ist selbstverständlich geworden – auch weil Frauen vor uns bereit waren, neue Wege zu gehen.

Und trotzdem bleibt Chancengleichheit ein Thema.

Genau dafür gibt es Netzwerke

Hier schließt sich der Kreis zu ENP Deutschland e.V.

Unser Netzwerk bringt Frauen zusammen, schafft Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und neue Perspektiven. Es geht darum, voneinander zu lernen, Erfahrungen weiterzugeben, Kontakte zu knüpfen und Frauen darin zu bestärken, ihre Fähigkeiten zu erkennen und ihren eigenen Weg zu gehen.

Dabei muss Netzwerken nicht immer Seminar, Workshop oder Fachveranstaltung bedeuten. Manchmal entstehen die besten Gespräche gerade dort, wo Menschen gemeinsam etwas erleben.

Und davon gab es an diesem Abend reichlich.

Nach einer beeindruckenden Inszenierung mit großer Musik, starken Bildern und einer ebenso starken Botschaft war der Abend deshalb noch lange nicht vorbei. Anschließend ging es für unsere 15 ENP-Frauen gemeinsam zum Essen.

Es wurde erzählt, gelacht, diskutiert und natürlich genetzwerkt. Neue Kontakte entstanden, bestehende wurden vertieft und aus einem Musicalbesuch wurde ein gemeinsames Erlebnis, das verbindet.

Johannas Geschichte zeigt auf eindrucksvolle Weise, was passieren kann, wenn eine Frau sich nicht darauf reduzieren lässt, was andere ihr zutrauen.

Für uns eine Botschaft, die wunderbar zu ENP Deutschland passt:

Frauen können mehr. Frauen dürfen mehr. Und gemeinsam können wir noch mehr bewegen.

Gemeinsam erleben. Gemeinsam netzwerken. Gemeinsam stark.

Quality through Equality.